Vor den Toren von Loyang

Vor den Toren von Loyang

Pegasus Spiele

Weizen, Kürbis, Rübe, Bohne, Chinakohl und Lauch - die 6 Gemüsesorten sind quasi die Hauptprotagonisten in Uwe Rosenbergs 3. Teil der Erntetrilogie: "Vor den Toren von Loyang" (okay, Weizen ist jetzt kein 'Gemüse').
Das Spiel verschlägt die Spieler ins alte China. Um den Pfad des Wohlstands zu erklimmen, verdingt man sich als Bauer sein Geld. Dabei geht es nicht nur darum möglichst schlau und viel an Nahrungsmitteln anzubauen, sondern diese auch an Stamm- und Laufkunden zu verticken, an Märkten zu tauschen oder mittels 20 verschiedener Erntehelfer seinen Ertrag zu verbessern, mit anderen Spielern zu interagieren (ihre teuren Bohnen wegzuernten!), oder das eigene Saatgut zu vervielfältigen.
Das Spiel ist rundenbasiert - nachdem in Runde 9 das Hauptfeld abgeerntet ist, endet die Erntesaison und das Spiel ist vorbei. Innerhalb dieser 9 Runden muss man allerdings ordentlich Hirnschmalz investieren, um taktisch und logisch zu agieren. Die Fülle von Möglichkeiten macht es dabei einem gar nicht so einfach die richtigen Entscheidungen zu treffen, soll man seinen Markt schon ablegen, Lauch oder Bohnen anbauen, in der Hoffnung, dass bald ein Kunde vorbeischaut.
Das erste Mal spielen läuft sicherlich etwas schwierig, da man erst einmal ins Spiel finden muss, aber Rosenberg-Kenner sind so etwas von "Le Havre" und "Agricola" bereits gewohnt. Die gute Nachricht: "Vor den Toren von Loyang" ist

weitaus schneller zu verstehen! Und die Ausstattung ist zudem auch superschick: Alle Saatgüter sind aus kleinen individuellen Holzsteinchen geformt und die Illustrationen auf Spielfeld und Karten gefallen ebenfalls.
Ob das Spiel schon ab 10+ ist, wage ich zu bezweifeln, ältere Semester werden aufgrund des vielen Taktierens und Überlegens sicherlich mehr Freude finden. Alles in allem ein sehr gelungenes, schönes Gesellschaftspiel, welches eine angenehme Abwechslung zum doch eher aufwendigen Agricola bietet.